Verbunden sein

Die Reise zur dir selbst– meine Reflexion
 
Seit rund 60 Jahren begleiten mich Pferde auf meinem Weg. Sie waren Lehrer, Spiegel, Gefährten – jedes einzelne ein Kapitel meiner eigenen Entwicklung. Viele Lernfelder haben sich mir gezeigt, doch um in weiteren Dimensionen zu wachsen, braucht es immer einen passenden Partner. Diesen fand ich vor sechs Jahren in Chaplin, meinem Lusitano-Schimmel. Mit ihm durfte ich tiefere Schichten meiner Selbst entdecken und erforschen, was wahre Beziehung wirklich bedeutet.
 
Die Reise nach innen – eine bewusste Pause
 
Die letzten acht Monate standen im Zeichen meiner eigenen Entwicklung – ohne Chaplin. Ich gab mir selbst eine Pferdepause, während er die Zeit genoss, einfach nur Pferd sein zu dürfen. Ihr müsst wissen, Chaplin entscheidet selbst, wo er sein möchte, und hat längst seine Bediensteten. Er kommuniziert in einer Art, die mich immer wieder erstaunt – ein Wesen, das einst eingeschüchtert und schweigsam war, ist heute voller Ausdruck und Leben.
 
Während dieser acht Monate richtete ich meinen Fokus auf meinen Körper, auf Blockaden, die ich bereits in dieses Leben mitgebracht hatte – und auf die Schmerzen, die daraus entstanden. Für jene, die meine Geschichte noch nicht kennen: Ich kam mit einer tiefen Trichterbrust und einer doppelten Skoliose auf die Welt. Über viele Jahre beeinträchtigte mich Asthma, da mein Körper dem Atem kaum Raum liess. Doch das Asthma ist seit über zehn Jahren verschwunden. Meine Wirbelsäule jedoch bleibt eine stetige Aufgabe, ein lebenslanger Weg der Heilung und Veränderung.
 
Auf meinen Reisen durfte ich erfahren, dass diese körperlichen Strukturen über viele Leben hinweg entstanden sind – doch ebenso erkannte ich meine Kraft, sie aufzulösen. Schritt für Schritt veränderte sich mein Körper, meine Schmerzen wurden weniger, meine Vitalität wuchs. Monat für Monat wurde mein Sein freier.
 
Die Rückkehr in Sattel
 
Gestern kam der Impuls, wieder zu reiten. Reiten ist für mich eine tiefe, innige Erfahrung – nichts, was mit Zwang oder Dressur zu tun hat. Es ist ein Tanz zweier Energien, die sich begegnen, verweben oder eben nicht. Wenn nicht, steige ich ab, denn ohne Verbindung hat es für mich keinen Wert. Doch wenn sich dieser Tanz entfaltet, ist es wie das Atmen von Musik, ein Wellenstrom, der durch mich fliesst.
 
Mein Körper fühlte sich gestern anders an – weicher, freier, durchlässiger. Die Öffnung der Erdenergie, die viele als Basis- oder Wurzelchakra bezeichnen, war nun frei. Jahrelang hatte ich Stockungen in meiner Vitalität verspürt, weil diese Einlassöffnung nicht richtig offen war, doch nun war der Fluss da. Und mit diesem Fluss kam eine neue Wahrnehmung: die Energie des Pferdes nicht nur zu spüren, sondern sie durch mich hindurchfliessen zu lassen.
 
Als ich auf Hasani, meinem braunen Lusitano-Wallach, sass, hob er sich in einen Aufwärtsgalopp – nicht nur als Bewegung, sondern als reines Gefühl des Fliegens Richtung Himmel. Wir waren eins, auf Augenhöhe mit der Weite des Universums. Und plötzlich spürte ich, was es bedeutet, wirklich heil zu sein: in Leichtigkeit, in Liebe, ohne Absicht, einfach nur verbunden.
 
Einladung zur Reflexion
 
Diese Erfahrung lässt mich ahnen, dass noch mehr möglich ist. Dass Heilung nicht nur ein Prozess ist, sondern ein Zustand. Dass Verbindung mehr ist als Harmonie – es ist ein tiefes Einlassen, ein Zulassen der Energie des anderen, ohne Angst, ohne Zweifel, als wäre es das Natürlichste auf der Welt.
 
Was macht diese Geschichte mit dir? Welche Gedanken, welche Fragen lösen diese Zeilen in dir aus? Schreib mir. Lass uns gemeinsam erforschen, was es bedeutet, wahrhaft verbunden zu sein. 

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